Hauptmenü
wissenswertes
Der Behindertenausweis
Beamter: So, Herr Sorgenkind, hier ist ihr Behindertenausweis. Jetzt ist es amtlich, dass sie behindert sind.
Rolli: Das ist gut, dass man das auch amtlich hat. Aber wozu ist der eigentlich gut?
Beamter: Nun, damit die entsprechenden Ämter auch sehen, dass sie behindert sind.
Rolli: Aber die sehen doch, dass ich behindert bin.
Beamter: Jaaa, das dürfen sie offiziell aber gar nicht, denn vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Rolli Ach, und dazu habe ich nun den Ausweis, damit die Behörden sehen dürfen. Aber dann sind wir ja vor dem Gesetz doch nicht alle gleich?
Beamter: Soo dürfen sie das nicht sehen!
Rolli: Ich denke, die Behörden dürfen nicht sehen?
Beamter: Sehen sie ja auch nicht. Werden Sie schon sehen.
Rolli: Aber ich denke, soo darf ich das nicht sehen.
Beamter: Jetzt ist es aber genug! Hier ist ihr Ausweis und hier steht der Grad der Behinderung: 100%. Rolli: Einhundert Prozent, oh Mann, von was eigentlich?
Beamter: Na ja, das ist die Differenz zu dem, was einem Gesunden eigentlich möglich ist.
Rolli: Krank bin ich eigentlich nicht, so richtig fit fühle ich mich auch nicht, und bei 100 Prozent, da bleibt nun nicht mehr viel übrig, im Klartext gar nichts.
Beamter: Sooo dürfen sie das nun auch wieder nicht sehen. Gucken sie mal hier, da steht ein G und sogar ein aG im Ausweis, das heißt, sie sind gehbehindert und sogar außergewöhnlich, dafür können sie öffentliche Verkehrsmittel kostenlos benutzen.
Rolli: Ja, welche denn?
Beamter: Geht wohl schlecht, was?
Rolli: Haben sie es schon mal probiert?
Beamter: Nun sehen sie doch mal hier. Da steht RF, das heißt, dass sie keine Rundfunk und Fernsehgebühren bezahlen müssen, wegen der Nichtteilnahme an öffentlichen Veranstaltungen.
Rolli: Das heißt, ich kann öffentliche Verkehrsmittel gratis benutzen, aber nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen und dafür umsonst RTL und SAT 1 gucken?
Beamter: Die kosten sowieso nichts, aber ARD und ZDF.
Rolli: Kabelgebühren muss ich aber bezahlen. Wo ist nun der Vorteil?
Beamter: Ihnen kann man aber auch nichts recht machen. Sie müssen das mal anders sehen. Gucken sie doch mal hier! Da steht: Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen. Das ist doch gut, nicht wahr?
Rolli: Mache ich mich strafbar, wenn ich mal ohne Begleitung unterwegs bin?
Beamter: Zum letzten Mal: Sooo dürfen sie das nicht sehen!
Rolli: Hier haben sie den Behindertenausweis zurück. Ich will lieber einen Blindenausweis.
(Ähnlichkeiten mit realen Personen und behördlichen Amtshandlungen sind rein zufällig, nicht gewollt und entbehren jeder Grundlage von wirklichkeitsnahen Aktenvorgängen. Der Autor distanziert sich von jeglichem spöttischem Grinsen, das bei manchem Leser infolge unangebrachter Gedankengänge auftreten könnte.)
Quelle:
http://www.rollitypen.privat.t-online.de/
Knigge für den Umgang mit Behinderten
Kennen Sie das? Da hat man den Bekannten etliche Jahre nicht mehr gesehen und auch nichts von ihm gehört, und dann steht, ja viel schlimmer: „sitzt“ er doch plötzlich vor einem, im Rollstuhl. Da weiß man doch gar nicht, was man sagen soll, besser gesagt, wie man das, was man nicht sagen kann, sagen soll. Am liebsten würde man den Film einige Meter zurückspulen und an der letzten Kreuzung einen andereWeg nehmen. Aber nun ist es passiert und man steht dem Mensch, den man von früher her ganz gut kennt, nun behindert gegenüber.
Blitzschnell durchsucht man seine geistige Festplatte nach den passenden Makros und bevor man sie auf Tauglichkeit gecheckt hat, nehmen sie selbstextrahierend ihren Lauf und man hört sich reden. Weiß Gott, woher das Gedächtnis diese merkwürdigen Tipps hat, aber die Assoziationen überfluten einen nur so , und sie lassen sich nicht mehr stoppen.
Man hat den Drang, dem anderen seine Worte und Sätze abnehmen zu müssen, weil man ja schon weiß, was er sagen will oder zu berichten hat. Man muss da sicher als Nichtbehinderter die Initiative ergreifen, nur so lässt sich das Gespräch überhaupt in emotional halbwegs sicheren Bahnen steuern.
Behinderte sind ja von Natur aus traurig, deswegen sollten Sie Ihr Gegenüber schon einmal aufmuntern, bevor Sie überhaupt nur ein Wort sagen!
Tipp 1: Hauen Sie ihm kräftig auf die Schulter!
Wenn er nicht sofort freudig strahlt, lassen Sie die eine Hand auf seiner Schulter, damit Sie sofort nachschlagen können, wenn nötig und drücken Sie ihm kräftigst mit der anderen Hand die seine. Hart aber herzlich ist hier die Devise und brüllen Sie ihm ein deutliches „Na, lebst Du auch noch?“ ins Ohr. Behinderte sind ja fast immer auch schwerhörig, deshalb sollten Sie keine unzutreffende Antwort abwarten.
Fragen Sie ihn ruhig nach seiner Behinderung, er ist das ja gewohnt und gibt gern präzis und knapp Auskunft. Lassen Sie das aber keinesfalls dabei bewenden, schließlich wollen Sie ja alles wissen, aber auch wirklich alles. Fragen Sie immer tiefer bohrend, schrecken Sie vor keiner noch so intimen Frage zurück und stoppen Sie auch nicht bei der Frage nach seiner Lebenserwartung oder seiner Lebensqualität. Fragen Sie konsequent so lange, bis Ihnen die Tränen in den Augen stehen. Wenn Sie nicht mehr fragen können, ja dann:
Tipp 2: Lenken Sie den Behinderten von seiner Behinderung ab! Erzählen Sie ihm, dass Sie auch nicht laufen können, weil Sie permanent Schmerzen im Knie haben und die Wanderurlaube in den Dolomiten Ihnen doch große Probleme bereiten. (Auch wenn Sie dabei schon wieder Tränen in die Augen bekommen sollten!)
Tipp 3: Zeigen Sie dem Behinderten einen Weg aus seinem Dilemma auf! Berichten Sie ihm von der neuen Theorie, die Sie neulich gelesen haben, dass nämlich der Behinderte nur wollen muss, um seine Behinderung zu überwinden. Er wird überrascht sein, dass er eigentlich nur nicht laufen will.
Tipp 4: Wenn er das nicht glauben mag, dann erzählen Sie ihm wenigstens von den Magneten, die Sie neulich gekauft haben, und die Ihre Leiden haben verschwinden lassen. Versprechen Sie ihm, dass Sie diese Magneten preiswert besorgen können.
Tipp 5: Wenn er das auch nicht will, entlocken Sie ihm, weshalb er so depressiv ist. Entwickeln Sie einen Plan, wie er besser in die Gesellschaft integriert werden kann. Bieten Sie ihm an, Mitglied in Ihrem Bergsteiger- oder Hühnerzuchtverein zu werden. Wischen Sie seine Bedenken mit einer Handbewegung vom Tisch, wiederholen Sie den Schlag auf die Schulter und bekräftigen Sie. „Wir kriegen das schon hin!“
Tipp 6: Sollte der Behinderte sich immer noch widerspenstig zeigen, dann nehmen sie kein Blatt vor den Mund und fragen Sie einfach, weshalb Behinderte so aggressiv sind. Machen Sie ihm klar, dass er selbst Schuld ist, dass er am Rande der Gesellschaft lebt, weil er sich ja gar nicht integrieren lassen will, und dass er wohl deshalb so aggressiv ist.
Tipp 7: Stellen Sie für sich wieder einmal fest, was Sie schon immer wussten:
Behinderte sind traurig, weil sie nicht sehen können, dass andere auch Probleme haben, wollen Ihre Behinderung gar nicht loswerden und auch kein Geld für ihr Leiden ausgeben. Behinderte wollen sich nicht integrieren lassen und wenn man sie anspricht, werden sie aggressiv. Fazit: Man kann machen was man will, denen ist doch nichts recht zu machen.
Quelle:
http://www.rollitypen.privat.t-online.de/